Wie sieht eine optimale Paginierung von Seiten mit vielen Inhalten aus?

Für die Paginierung von Seiten hat Google konkrete Empfehlungen veröffentlicht, die die klassischen Probleme mit unterteilten Seiten effizient lösen.

Eine Seite mit vielen Informationen (z. B. Produkten innerhalb einer Kategorie) wird meistens in sogenannten Komponentenseiten (/page/1/ bis /page/N/) aufgeteilt. Dieser als „Paginierung“ bezeichnete Vorgang stellt häufig SEO-Herausforderungen dar, denn:

  • Google indexiert die einzelnen Komponentenseiten zunächst als eigenständige URLs. Zwar kann Google Zusammenhänge zwischen den Seiten erkennen, etwa über die interne Verlinkung, dennoch werden die Seiten separat gecrawlt und bewertet. Dadurch kann nicht in jedem Fall sichergestellt werden, dass Nutzer die treffendste Seite in den Suchergebnissen angezeigt bekommen. In vielen Fällen ist die erste Seite einer Produktkategorie die wichtigste Einstiegsseite und sollte daher besonders gut intern verlinkt sein.
  • Für jede dieser Komponentenseiten werden Rankingfaktoren gesammelt und ausgewertet. Jede Seite rankt somit für sich selbst, ebenfalls wieder ohne Zusammenhang. Es wäre daher von Vorteil, einen Zusammenhang der vielen einzelnen Seiten herzustellen und eine Seite (meist die Erste) gezielt zu stärken.

Um diese klassischen SEO-Probleme mit Paginierungen zu vermeiden, gibt es zwei Wege, die sich auch kombinieren lassen: Googles aktuelle Standard-Empfehlung und die View-All-Seite.

Googles aktuelle Empfehlung: sequenzielle Verlinkung und self-referencing Canonicals

Google empfiehlt heute nicht mehr, alle Komponentenseiten per Canonical auf eine einzelne Seite zeigen zu lassen. Stattdessen gelten laut Googles Dokumentation zur Paginierung folgende Punkte:

  • Jede Komponentenseite bekommt eine eigene, eindeutige URL (z. B. per Parameter ?page=n) und ein self-referencing Canonical-Tag, das auf sich selbst verweist. Die erste Seite der Paginierung sollte nicht als Canonical-Ziel für alle weiteren Seiten verwendet werden.
  • Die Seiten werden sequenziell mit normalen <a href>-Links verbunden, sodass Google von einer Seite zur nächsten crawlen kann. Zusätzlich ist es sinnvoll, von allen Seiten zurück auf die erste Seite der Sammlung zu verlinken. Laut Google kann das dem Crawler den Hinweis geben, dass die erste Seite die bessere Einstiegsseite ist.
  • Keine Fragment-Identifier (Text nach einem # in der URL) für Seitenzahlen verwenden, da Google alles nach dem # ignoriert und dem Link dann unter Umständen nicht folgt.
  • Varianten mit Filtern oder abweichender Sortierung (z. B. ?order=price) sollten nur dann indexierbar sein, wenn sie einen eigenständigen Mehrwert bieten. Häufig werden dafür Canonical-Tags oder das noindex-Meta-Tag eingesetzt. Eine Sperrung über die robots.txt verhindert zwar das Crawling, kann aber dazu führen, dass die URL trotzdem ohne Inhalt indexiert wird, und sollte daher sorgfältig geprüft werden.

Ein self-referencing Canonical auf der zweiten Seite würde also so aussehen:

<link rel="canonical" href="https://www.meinewebsite.de/kategorie/?page=2">

Alternative: Die View-All-Seite

Eine View-All-Seite fasst alle Informationen der paginierten Seiten auf einer einzelnen Übersichtsseite zusammen. Es werden demnach alle Informationen auf einer einzigen Seite vereint. Dieser Ansatz eignet sich vor allem für kleinere Sammlungen.

Beispiel: Gibt es eine Kategorie mit fünf Komponentenseiten, auf denen jeweils sechs Produkte angezeigt werden, werden auf einer View-All-Seite alle 30 Produkte dieser entsprechenden Kategorie angezeigt.

Wenn eine solche View-All-Seite bereits existiert oder eingeführt werden soll, können die einzelnen Komponentenseiten mithilfe des Canonical-Tags auf die entsprechende View-All-Seite verweisen. Die View-All-Seite selbst erhält ein self-referencing Canonical-Tag.

Die einzelnen Komponentenseiten /page/1/ bis /page/N/ würden also alle dasselbe Canonical-Tag nutzen:

<link rel="canonical" href="https://www.meinewebsite.de/page/view-all/">

Bei der Erstellung einer View-All-Seite sollte darauf geachtet werden, dass sich die Seite möglichst performant ausliefern lässt.

Besonders bei View-All-Seiten mit sehr vielen Ergebnissen, zum Beispiel Produktkategorie-Seiten mit 1.000 Produkten, würde sie allein durch die Anzahl der Produktbilder schnell sehr umfangreich.

In solchen Fällen kann eine Lazy-Loading-Lösung für Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs sinnvoll sein. Am einfachsten geht das inzwischen über das native Attribut loading="lazy" direkt am img-Element, das von allen modernen Browsern unterstützt wird. Google hält einen guten Einstieg zu dieser Thematik auf developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/javascript/lazy-loading bereit.

Die wichtigste Frage, die man sich bei der Erstellung einer View-All-Seite jedoch stellen sollte, ist die, ob eine solche Darstellung der Produkte oder Informationen für den User wirklich hilfreich ist.

Sollte es nur darum gehen, Google mitzuteilen, welche Produkte man hat, kann man das einfacher mit einer Sitemap bewerkstelligen.

Hinweis: rel=“next“ und rel=“prev“ werden nicht mehr genutzt

Google hatte 2011 zusätzlich die Verwendung der Linkattribute rel=“next“ und rel=“prev“ empfohlen. Dieser Ansatz wird jedoch schon länger nicht mehr von Google ausgewertet. Google teilte das im März 2019 zunächst über Twitter mit und bestätigt es bis heute in seiner Dokumentation zur Paginierung.

Tweet vom „Google Webmasters

Andere Suchmaschinen werten diese Links unter Umständen weiterhin aus. Für Google haben sie aber keine Bedeutung mehr.

Was haben die Lösungswege gemeinsam?

Alle Ansätze helfen Google dabei, die Struktur paginierter Inhalte besser zu verstehen und effizient zu crawlen. Die Zusammengehörigkeit der Seiten wird dabei vor allem über die interne Verlinkung und die URL-Struktur vermittelt. In der Regel handelt es sich bei der wichtigsten Landingpage um die erste Seite eines paginierten Inhalts oder um die View-All-Seite.

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Tipps zur Usability

Aus User-Sicht ist es empfehlenswert, sogenannte „sprechende URLs“ zu verwenden (z. B. www.meinedomain.de/page/1/) und auf GET-Parameter (z. B. www.meinedomain.de/page.html?Seite=1&ID=) in der URL nach Möglichkeit zu verzichten. Zudem sollte man nicht nur „vor“ und „zurück“ verwenden, sondern dem User „Seite 1, 2, 3 … 99″ als paginierte Navigation anbieten.

In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung der User Experience (UX) ist es wichtig, dass die Paginierung auf eine Weise umgesetzt wird, die den Nutzern eine möglichst angenehme Navigation ermöglicht. Insbesondere auf mobilen Endgeräten kann eine unübersichtliche Paginierung zu einer schlechten Nutzererfahrung führen. Es ist daher ratsam, interne Verlinkungen und eine klare Navigation auf allen Seiten sicherzustellen.

Logarithmische Paginierung

Unter „logarithmischer Paginierung“ ist das Gruppieren von Zahlengruppen in 1er-, 10er- und 100er-Schritten bei einer hohen Anzahl von paginierten Seiten zu verstehen.

Ziel dabei ist es, dem Nutzer zu ermöglichen, möglichst schnell nahezu jede Seite des paginierten Inhalts zu erreichen.

Ein verständliches Beispiel zu diesem Thema ist in englischer Sprache hier zu finden: http://stackoverflow.com/questions/7835752/logarithmic-pagination-page-navigation-for-many-many-pages